Die Herrnhuther Losung des heutigen Tages lautet: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Psalm 31,9). Der Gedanke an Weite lässt mich aufatmen, meinen Blick in die Ferne schweifen, tut einfach gut. Ganz eng verbunden damit ist der Gedanke an die Freiheit. So ist der Lehrtext, der passend zum Losungstext ausgesucht wurde ein Volltreffer: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5,1).
Mir geht da so manches durch den Kopf.
Die Predigt vom letzten Sonntag sprach auch von einem Joch, aber von einem leichten. Ein Joch kann schwer und bedrückend sein, in die Unfreiheit, die Knechtschaft führen. Wohl auch deshalb sagt Jesus: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matth. 11,29.30.) Jesus nimmt uns nicht alle Probleme und Lasten ab, aber er lässt sie leichter werden und zieht den Pflug gemeinsam mit uns durch unser Leben.

Das Joch ist nämlich ein Bild aus der Landwirtschaft. Es ist der Holzbalken, der zwei Rinder miteinander verbindet, um gemeinsam den Pflug zu ziehen. Das Joch, das Jesus anbietet führt in die Freiheit, den weiten Raum … weil Jesus keine andere Agenda verfolgt als Sanftmut und Dienen (Demut = ein dienendes Gemüt). Das befreit. Macht leicht und beschwingt und ist so anders als das Joch der Knechtschaft.
Ach ja, und bei „beschwingt“ denke in die Fête de la Musique, die uns am kommenden Sonntag in Brandenburg an der Havel erfreut. Mit dabei sind auch Musiker aus der Hofkirche! Also nicht verpassen. Auch Musik führt in die Weite.
Zuvor aber wird uns heute um 18:30 Uhr Prof. Dr. Deborah Storek von der Theol. Hochschule Elstal in neue Weiten biblischer Einsichten führen. Es geht um die Erwählung Israels im Alten Testament und die Konsequenzen für heute. Brisant und spannend. Sei dabei! Am Sonntag um 10:00 Uhr geht es im Gottesdienst um den unvergleichlichen, gnädigen und barmherzigen Gott, wie ihn uns der Prophet Micha vorstellt. Auch dazu eine herzliche Einladung.
Andreas Bochmann
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