„Was ist Liebe wert“, so beginnt der Titel des Kinofilms, den ich diese Woche sah. Eine Partnervermittlerin, die für andere Personen Treffen organisiert, in denen möglichst Aussehen, Größe, Ansehen und Einkommen des Gegenübers stimmen sollten. Eine Romanze. Eine Komödie. Wir lachten, als wir nach Hause gingen. Und bei manchen Oberflächlichkeiten, waren Nachdenkens werte Gedanken dabei.
„Was ist Liebe wert“ – der Film führt manches Klischee vor Augen, wenn er Themen wie Aussehen, Größe, Ansehen und Einkommen eines Partners, der Partnerin zur Sprache bringt. Auch Herkunft und Interessen werden benannt, der Umgang mit Ablehnung und Missbrauch thematisiert. Manche Enttäuschung klingt an. Als die Partnervermittlerin den scheinbar perfekten Mann verlässt und schließlich den armen Schauspieler wählt, den sie vor Jahren verlassen hatte, wird das Happy End eingeläutet. Er will mir ihr alt werden, sieht die Falten, die kommen werden und will mit ihr sterben. Szenen, die die Zuschauerinnen zufrieden sein lassen. Im Publikum findet sich nur der eine Mann, und das ist meiner.
Mein Mann, Ehe- und Paarberater, bietet den Kinobetreibern am Ende Flyer an. Wer schaut sich diesen Film an? Wir – weil wir an diesem Tag unser 1. Date feierten und das Kino am neuen Wohnort kennenlernen wollten. Einige Frauen, die als Gruppe kamen, die sich einen schönen Abend machten, und wohl weniger an Action interessiert waren. Das wäre nämlich die Alternative gewesen im Kino.
Wie viele Filme dieser Art wurden schon gedreht? Wie viele Bücher geschrieben? Immer wieder derselbe Stoff: Romeo und Julia – zwei Liebende finden sich. Hürden werden überwunden und der Wert der Liebe in den Vordergrund gerückt. Sehnsucht nach einem Happy End. Große Gefühle, großes Kino.
Am Sonntag werden wir auf andere Weise die Liebe in den Vordergrund rücken. Wir feiern Abendmahl im Gottesdienst Abendmahl. Ein Stück Brot, ein Schluck Saft als Zeichen der Liebe Gottes. – Was ist Liebe wert? Als Christen bedenken und bekenne wir das Gott Liebe ist und sich selbst hingegeben hat. Mensch wurde, Mensch, wie du und ich. In Jesus hat Gott uns seine Liebe gezeigt. Sich selbst hingegeben. Bei Gott zählt weder Aussehen, Größe, Ansehen und Einkommen. Er sucht die Beziehung.
Wenn ich am Sonntag zum Abendmahl einlade und es mit der Gemeinde feiere, dann ist das für mich ein sinnlicher Moment. Nicht weil der Moment große Gefühle wecken muss, sondern weil die Feier des Abendmahls für mich Sinn macht. Jedes Mal, wenn ich in Gemeinschaft Abendmahl feiere, erinnert es mich an die Liebe Gottes, seine Hingabe für mich, seine Sehnsucht nach mir, nach uns Menschen. Und das nicht, weil ich etwas besonderes leiste, oder vorweisen kann, sondern weil er das Leben mit mir teilen will – heute und hier. Auch dann, wenn ich alt, schwach und gestorben bin. Dann schenkt er mir neues Leben. Mit ihm. Ein unbeschreiblicher Wert. Ein Geschenk, das ich empfangen kann. So wie Brot und Saft im Abendmahl. Das macht für mich Sinn und ist sinnliches Erleben. Das ist für mich Liebe wert: geliebt zu sein und es zu zeigen. Und was ist Liebe für dich wert?
Claudia Sokolis-Bochmann – 29.08.25/csb
