Übergänge und Pausen-Zeiten

Erst hatte ich es verpasst, die Pause der Freitagsgedanken anzukündigen, dann kam es anders als gedacht. Erst waren da ein paar Rest-Urlaubstage und der PC blieb aus, die Woche drauf war ich krank. Zwischendurch habe ich mich schon gefragt, ob jemand die Freitagsgedanken vermisst hat, oder wen ich hätte fragen können sie zu schreiben.

Dank meines Mannes, unserem „Herrn Pastorin“, waren Dienste abgedeckt und Präsenzveranstaltungen konnten stattfinden – wenn auch anders als geplant. Mein Mann sprang spontan für das Bibelgespräch am Mittwoch ein und übernahm die Predigt im Gottesdienst. Der angekündigte „andere“ Gottesdienst, wurde dann wirklich anders. Die Predigt meines Mannes bekam viel Resonanz. Übergänge war sein Thema und wir selbst leben im Übergang in seinen Ruhestand. Mal sehen, wie sich das für uns auswirkt. Auf jeden Fall setzt er seine Gaben gerne weiter ein – nicht nur wenn ich krank bin.

Überrascht war ich zu hören, dass ich beim Zirkus gefehlt habe. Nach einer längeren Pause startete das Zirkus-Projekt in der letzten Woche. Wie schön, dass in unseren Räumen wieder geprobt wird, Kinder und Erwachsene die Gemeinde mittwochs mit Leben füllen. Ich selbst habe mich aus den Proben mit den Kindern rausgenommen, ich wollte mich nicht festlegen auf Jonglieren, Balancieren oder anderes Trainieren – auch wenn ich das alles toll und wichtig finde. Im Überlegen der letzten Wochen und Monate in Gemeinde und Zirkus, wo mein Platz in dem Zusammenhang ist, entwickelte sich der Gedanke, dass die Eltern im Vorderhaus Raum und Zeit haben könnten zu warten. Im Warmen einen Tee, einen Kaffee trinken. Statt Wege hin und her, einfach chillen, ausruhen, ins Gespräch kommen, Pause machen. Keine kalte anonyme „Wartehalle“, sondern unser im letzten Jahr neu eingerichteter Raum im Vorderhaus, in dem auch die KaffeeZeit stattfindet und sich andere Gruppen treffen.

Während die Kinder mit dem Team der Mitarbeitenden trainieren und Zeit verbringen, sich ausprobieren und neue Ideen entwickeln, können Eltern vorne einfach sein, sich selbst ein Getränk machen und klar, im Anschluss selbst abspülen. Als Mitmach-Gemeinde fasst auch hier jede und jeder selbst mit an. Ich bin einfach da. Ich habe selbst ein Buch dabei, falls mal keiner den Raum nutzt, Ruhe braucht, Pause machen will. Ansonsten bin ich gespannt, welche Gespräche sich ergeben: über das Leben eben. Und wen ich dort treffe. Die Tür öffne ich gerne. Dafür warte ich da. Zum Übergang in die neue Zirkus-Zeit habe ich wegen Krankheit gefehlt. Diesen Mittwoch, war es dann so eine schöne, inspirierende Begegnung im Gespräch, dass ich hoffe, keinen Mittwoch mehr ungeplant zu verpassen. Ich freue mich auf die Zirkus-Zeit mit Begegnungen und Pausen-Zeiten.

Claudia Sokolis-Bochmann