Tag der Arbeit

Heute habe ich „frei“ und ich werde auf einem Kongress sein und am langen Wochenende Zeit mit Familie verbringen. In der Gemeinde wird es am Sonntag einen „Mitmach-Gottesdienst“ geben und ich bin gespannt, was mir im Anschluss berichtet wird. Eingeladen hatten wir die letzten Wochen zu einem Gottesdienst, der „wie ein bunter Blumenstrauß“ vielfältig sein soll. Beiträge waren erbeten, Wünsche konnten geäußert werden. Ein Verantwortlicher war gefunden, der durch den Gottesdienst leiten wird.

„Gemeinde kommt von gemeinsam“ – ein Gedanke, den wir in diesem Jahr bereits öfter gehört, gesagt, geteilt haben. „Mitmach-Gemeinde“ wollen wir sein. Welch ein Geschenk, wenn Menschen sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten ins Gemeindeleben einbringen. Die einen gestalten den Gottesdienst mit, die anderen sorgen fürs leibliche Wohl, andere kümmern sich um Haus und Hof. Die eine schreibt Geburtstagspost, andere machen Besuche, der nächste übernimmt den Fahrdienst. Gemeindeleben findet nicht nur am Sonntag statt. Vor Jahren hieß eine Aktion „Glaube am Montag“ – Glaube und Gemeinde wird die ganze Woche gelebt. Je nach Möglichkeiten sind auch Gemeinde-Menschen im Kontakt.

Am vergangenen Montag war ich zum „Wohlklang“ und zum „Gebet für Anliegen der Gemeinde“ in der Hofkirche. Dabei entstand das Foto der defekten Kugelbahn. „Ist das Kunst oder kann das weg?“, diese Frage fällt mir beim Betrachten des Fotos heute ein, denn die Bahn ist seitlich aufgestellt. So macht sie keinen Sinn. Da sie defekt ist und keine Kugeln dabei gefunden wurden, macht sie auch so keinen Sinn. Aber wer ist zuständig? Wer fühlt sich verantwortlich? Sollte ich sie einfach wegwerfen? Für wen reparieren? Wen bitten oder fragen?

In dieser Woche denke ich viel über Gemeinde-Menschen nach, über ihre Möglichkeiten und Gaben. Ich frage mich, was wir gestalten und was loslassen können im Gemeindeleben und suche das Gespräch. Es gibt verschiedenste Sichtweisen auf die Dinge des Alltags. Es gibt unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten obendrein. „Gemeinde kommt von gemeinsam“. Wie schön, wenn jede und jeder ein Platz einnimmt und mitmacht. Haben Sie Ihren schon gefunden? Gäbe es einen Bereich, in dem Du Dich gerne einbringen und mitarbeiten würdest? – Am Tag der Arbeit ist vielleicht auch Gelegenheit darüber nachzudenken, wo ich mich als (Gemeinde-) Mensch sinnvoll einbringen und mitarbeiten kann. „Zum Wohl der Mensch und zur Ehre Gottes“, wie es in baptistischer Tradition heißt.

Claudia Sokolis-Bochmann