Mit diesem Bibelwort sind wir, wie viele andere Christen auch, in das neue Jahr 2026 gestartet. Das Bibelwort ist aus der Offenbarung, Kapitel 21, Vers 5.
Viele Künstlerinnen und Künstler haben dieses Wort in Szene gesetzt. Eine Darstellung hängt nun in der Hofkirche am Büchertisch. Da wurde die Jahreslosung im Wechselrahmen aus dem letzten Jahr gegen ein neues Bild ausgetauscht. Eine andere Darstellung verteilten wir am letzten Sonntag als Karte im Gottesdienst. Darauf ist eine Kintsugi-Schale zu sehen.

Bei mir hängt diese Karte jetzt neben dem Schreibtisch und wird mich durch das Jahr begleiten. Diese japanische „Reparaturkunst“ begleitet mich schon seit Jahren. Als Sinnbild – Gleichnis – hat sie mir viel zu sagen. Im Gottesdienst zitierte ich in der Predigt ein Zitat von Blaise Pascal dazu: „Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.“ Mich berührte das Miteinander im Abendmahl im Anschluss an die Predigt, sowie die Segnungs- und Gebetszeit im Anschluss. Zwei Dinge sind es, die ich in der Kintsugi-Kunst bedeutend finde: Scheinbar „Kaputtes“ wird vergoldet – nicht weggeworfen, nicht als unnütz betrachtet. Zum anderen werden die Scherben mit Gold aufbereitet – die Brüche nicht vertuscht. Risse werden sichtbar gemacht und geben den Schalen, Tellern, Tassen etwas ganz Individuelles. Mir ist das schon oft zum Gleichnis geworden – zum einen für die Zerbrechlichkeit des Lebens, von Beziehungen, Geschichten, aber auch den Möglichkeiten, dass Gott Neues aus den Scherben schafft, dabei Brüche sichtbar werden können.
Gott ist es der wirkt, der heilt und handelt, der verbindet – und manchen Scherben eine neue Gestalt schenkt. Durch Kintsugi bekommt mancher Tontopf eine neue Gestalt und bekommt eine neue Würde. Von Wert könnte ich auch sprechen, finde aber den Würde-Begriff intensiver.
Schon am Ende dieser Woche kann ich von neuen Gedanken und Erfahrungen berichten: zum einen, überlege ich die „Freitagsgedanken“ künftig zusammen mit einem „Bild der Woche“ zu veröffentlichen. Weiter hat am Mittwoch das „Bibel-Teilen“ (Lectio divina) gestartet – und wir hatten zu siebt eine intensive Zeit. Dann wollten wir zum anderen heute nach Stettin als Gemeindeleitung fahren – nun haben wir aufgrund des Wetters die Reise abgesagt, und sind gespannt, wie wir durch das Wochenende geführt werden … – Auch manche Pläne gehen zu Bruch, zerschlagen sich. Halten wir Gott die Pläne hin – ich bin gespannt, was er daraus macht. Auch wie er uns durch seinen Heiligen Geist und sein Wort persönlich und als Gemeinde durch das Jahr führt. Ich freue mich auf Begegnungen und Gespräche, Bibel-Teilen und Gemeindeleben in der Hofkirche und darüber hinaus.
Claudia Sokolis-Bochmann
