Mit-arbeiten

Sonntag feierten wir mit Menschen aus unterschiedlichsten Gemeinden in Brandenburg Gottesdienst in der EFG Domlinden. Unsere Türen blieben geschlossen. Dennoch war ich am Sonntag im Anschluss da, um einem interessierten Mann die Kirche zu zeigen.

Auf dem Weg zur Gemeinde freute ich mich an den Schildern, die sichtbar hingen. Nein, nicht, weil bei uns geschlossen war, sondern weil Menschen da sind, die das Gemeindeleben gestalten. Manchmal sind es die scheinbaren Kleinigkeiten, die so wichtig sind. Keine Ahnung, ob Sonntag jemand vor unserer Tür stand – aber wenn doch, wäre die Person informiert gewesen. Sogar der Hinweis wo wir zu finden waren, samt Uhrzeit und Adresse fehlte nicht.

Als Pastorin bin ich dankbar, dass Mitarbeiter da sind, die diese Aufgabe übernommen haben. Zettel schreiben, ausdrucken, aufhängen – kein Ding. Können die meisten, doch es braucht die, die es machen. Es braucht Menschen, die ihre Möglichkeiten nutzen und sich einbringen. So geht Gemeinde, wenn Menschen Aufgaben übernehmen und umsetzen, was ihnen möglich ist. Auch wenn es die scheinbar kleinen Dinge sind, wie ein Türschild für den einen Sonntag.

Als wir gerade unseren Gast durch die Gemeinde führten – am Sonntag, als die Gemeinde eigentlich geschlossen war – kamen noch andere Gemeindemitglieder, um nach dem zu sehen, was sie für ihre Aufgabe in der Gemeinde an Infos brauchten. Ach, was wäre eine Gemeinde ohne die treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Wie gut, dass es sie gibt! Euch gibt! Je nach Gabe und Aufgabe ist das gemeinsame Gestalten so wichtig: Die einen sind praktisch unterwegs, die anderen gestalten die Inhalte. Die einen machen Musik, andere pflegen die Beete, dritte kümmern sich um die Dekoration, wieder andere machen den Abwasch. Die einen spenden, die anderen reparieren, wieder andere planen, wann was gebraucht wird und was dafür nötig ist. Die Liste könnte ich noch um einiges fortsetzten.

Wir brauchen die Ergänzung – und den Einsatz aller. Ob das nun Neigungen und Stärken sind, Vorlieben oder einfach dran ist, ist ein anderes Thema. Manche Dinge müssen einfach gemacht werden – Statt zu beten, zu predigen, oder was vorzubereiten habe ich diese Woche den Boden in meinem Büro geputzt. Die Lücken im Reinigungsteam kann ich nicht schließen – aber für meinen Bereich sorgen, schon. – Hier waren dann am Mittwoch meine Türen offen, und die gegenüber auch. Ach, und wie beschenkt war ich am Ende, als sich einfach im Hausflur Gespräche ergaben – auch mit Menschen, die ich vielleicht nicht wiedersehe. Oder doch? Eingeladen zur KaffeeZeit nächste Woche habe ich die Person. Vielleicht auch, weil meine Gabe ist Menschen von der Seite anzusprechen und ins Gespräch zu kommen. Welche Gabe ist Deine? In der Gemeinde gibt es sicher Gelegenheit sie einzusetzen und auszuprobieren.

Claudia Sokolis-Bochmann