
„Nach dir, HERR, sehnt sich meine Seele“, so beginnt der Psalm 25, den wir am Sonntag im Gottesdienst hören werden. Aktuell liegt der Psalm mit dem Programm ausgedruckt auf meinem Schreibtisch in Vorbereitung auf den Gottesdienst. –
Daneben liegt der Einladungsflyer für das Programm heute von 10-16 Uhr auf dem Altstädtischen Markt. Das Sommerfest dort ist überschrieben mit den Begriffen „SOMMERZEIT – SEELENZEIT“, und während ich diese Zeilen schreibe, denke ich an unseren so inspirierend schön gestalteten Schaukasten, der mit Worten aus Psalm 23 einlädt, die Seele baumeln zu lassen. –

Ich habe das Foto gleich nach meinem Urlaub fotografiert und gedreht, damit die Seele bildlich „baumeln“/hängen kann. Nein, nicht in den Seilen, sondern gelassen. Außerdem passt es gedreht besser als Startbildschirm auf mein Diensthandy, nicht weil der Dienst nur entspannend ist und sein sollte, sondern weil mich das Bibelwort daran erinnert, von wem ich als Mensch in allem Tun Kraft schöpfe. ER, der HERR, der mein Hirte ist, erfrischt und stärkt die Seele.
Aber ja, so Infotage wie heute in unserer Stadt erinnern daran, dass zur Seelenpflege und -hygiene auch unser eigener Beitrag gefragt ist, Rahmenbedingungen für mentale Gesundheit geschaffen werden können, und es gut ist, wenn der Mensch Orte findet, wo die Seele zur Ruhe findet, entspannen und auftanken kann.
Zur Entspannung selbst gibt es viele Wege und Möglichkeiten. Wahrscheinlich so viele, wie es Menschen gibt. Wellnessangebote gibt es wie Sand am Meer und schon der Kirchenvater Augustin wird mit den Worten zitiert „Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut“. Da kann es unterschiedliche Anlässe geben: der Spaziergang, die Fahrradtour, die Blume am Wegesrand, die Begegnung mit einem Menschen, die gute Lektüre. –
Damit der Gottesdienst eine Oase im Alltag wird, dafür bereiten sich Menschen vor, ob für die Predigt oder die Gestaltung, ob für die Musik oder die Technik, und beten für die Zeit am Sonntag. Wir können Rahmenbedingungen schaffen, damit die Seele auftanken kann: in Stille und Gebet, beim Singen und Hören, in Begegnungen beim Kirchenkaffee. – Ich freue mich auf Begegnungen mit Gott und Menschen – heute in der Stadt, Sonntag im Gottesdienst.
Sehen wir uns?
Pastorin Claudia Sokolis-Bochmann
