Vergangenen Sonntag war „Kantate“, was „singen“ heißt. Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten haben eigene Namen und der Freude über das Leben soll Ausdruck gegeben werden. „Singet dem HERRN ein neues Lied!“, dieses Psalmwort aus Psalm 98,1 begleitete durch diese Woche. „Singet, … denn er tut Wunder.“
Vergangenen Sonntag war „Mitmach-Gottesdienst“, den ich leider nicht selbst miterleben konnte, da wir unterwegs waren. Dankbar und mit Begeisterung wurde mir von dem spontanen „Chor der Senioren“ berichtet, der ein Geburtstags- und ein Mailied gesungen hat. Manches Lied wurde sich am Sonntag gewünscht und gemeinsam gesungen, so hörte ich. Der Wunsch nach einem „Monatslied“ war dann gleich Montag in meinen Nachrichten.

Einen eigenen Chor hat unsere Gemeinde leider gerade nicht. Das würde unser Gemeindeleben und Gottesdienste sicher bereichern. Unter der Woche singen jedoch Chöre in unserem Haus, denen wir Raumgeber für ihre Proben sind. Im Laufe der Woche und des Jahres erklingt immer wieder Musik in unserem Haus, ob am Mittwoch im Bibelgespräch, bei den Taizé-Andachten, den Wohlklang-Treffen oder bei anderen Gelegenheiten.
Ob am Sonntag Kantate, oder bei anderen Gottesdiensten: das gemeinsame Singen prägt das Miteinander und gehört mit zum Gemeindeleben. Manchmal ist nur die Frage, wer anstimmt, begleitet, und mit welchem Instrument. Wer ist da, musiziert mit wem und welche Noten werden ausgesucht?
Wir haben Liederbücher in der Gemeinde – und singen doch über Beamer aus den unterschiedlichsten Quellen und sind da breit aufgestellt. Und ja, auch manch neues Lied ist dabei. Allerdings erlebe ich immer wieder, auch diese Woche, was für mich „alt-vertrautes“ Liedgut ist, kann für andere „fremd und neu“ sein und andersherum. Auch verschiedene Texte finden sich zu bekannten Liedern, und immer wieder ist es eine Frage, ob es „die Gemeinde kennt“ wohl kennt.
Sonntag werden wir singen „Gottes Liebe ist wie die Sonne“, aus dem Buch „zwischen himmel und erde“. Ein Ohrwurm für mich seit dem letzten Jahrtausend und zeitlos. Kirchengeschichtlich ist es dann doch neueres Liedgut. Was sagt schon ein Erscheinungsjahr? Mögen sich Lieder ins Herz singen und begleiten. Mögen wir unseren eigenen Liedschatz pflegen und erweitern – persönlich und als Gemeinde. „Singt dem Herrn ein neues Lied!“
Claudia Sokolis-Bochmann
