„Der Herr ist auferstanden“ – so grüßten wir uns am Sonntagmorgen. Erst beim Osterfrühstück, dann zu Beginn des Gottesdienstes. In gewohnter Weise antworteten die, denen der Gruß vertraut ist, mit „er ist wahrhaftig auferstanden“. Dieser traditionelle Ostergruß ist in verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Kirchen weltweit zu hören. Seinen Ursprung hat er in der Bibel, im Lukasevangelium, Kapitel 24.
Ostern zeigte ich Bilder des „Heiligen Gabes“, wie ich sie im Urlaub in Görlitz fotografiert hatte. Diese Bilder begleiten mich durch die Woche. Von Ostern kommend, bereite ich gerade den Gottesdienst zur Tauferinnerung vor. Eine Taufe werden wir kommenden Sonntag nicht erleben. Dafür uns an unsere Taufen erinnern und von Menschen hören, was sie mit Jesus erlebten.

So könnte der Ort ausgesehen haben damals. Es braucht ein Zusammenspiel von Worten und Orten, Worten und Gesten, Zeichen und Worten. Mal hineingehen. Mal erleben. Mal vorstellen, wie es wohl gewesen ist. – Aber ein leeres Grab sagt erstmal nur, dass es leer ist. Das „der Herr ist auferstanden“, riefen die Jünger erst aus, nachdem sie Jesus begegnet waren, mit ihm neue Erfahrungen gemacht hatten. Er lebt, das hatten sie erlebt.
Die Geschichte mit Jesus ging und geht weiter. Aus dem Grab ging nicht nur Jesus ins Leben. Auch die Jünger kehrten zurück ins Leben. Und sie hörten nochmal Lehre. Jesus aß mit ihnen. Jesus sprach mit ihnen. Jesus verbrachte Zeit mit ihnen. Gerne würde ich darüber mehr lesen. Doch da haben wir Leerstellen in der Bibel. Nicht jedes Detail ist uns berichtet. Doch das Wesentlich: Jesus lebt und das Leben mit ihm geht weiter. Menschen verändern sich. Menschen lassen sich taufen. Menschen gehen hinaus in die Welt. Das kann erlebt werden, wo man hingeht, hinhört, nachfragt, eigene Erfahrungen sammelt.

Symbolisch wird die Taufe mit dem Grab verglichen. Christen werden in ihrer Taufe „begraben mit Christus“, so kann es in Römer 6 nachgelesen werden. Der Mensch stirbt mit Christus und steht auf zu neuem Leben. Geht ins Licht. Lebt im Licht und erzählt, was er erlebt. Davon werden wir Sonntag hören und ich freue mich auf das „leere Taufbecken“ und hoffe, es dann auch mal gefüllt mit Wasser und Menschen zu erleben. Mal sehen.
Claudia Sokolis-Bochmann
