Freitagsgedanke „Verweilen, nicht eilen!“

„Verweilen, nicht eilen!“ – mit dieser Aussage ging ich durch die Woche. Gleichzeitig kam mir der Gedanke so weit weg von der Realität vor, und ich musste mir die Worte immer neu ins Gedächtnis rufen. Da waren Tagesordnungen, die mehr Punkte hatten, als wir besprechen konnten. Da planten wir in Arbeitskreise Termine fürs nächste Jahr, und es war klar, dass mancher Besuch wohl in diesem Jahr nicht mehr stattfinden wird.

Verweilen – dazu sind wir heute Nachmittag zur KaffeeZeit in die Gemeinde eingeladen. Mitarbeiterinnen haben gebacken, Tannengrün und Dekoration besorgt. Auch Mandarinen werden Farbe in den Raum bringen und für Vitamine sorgen. Ich freue mich auf Gespräche und Begegnungen. Auch heute habe ich mich dort verabredet und ist der letzte Freitag im Monat so ein „Ankerplatz“ im Gemeindeleben. Auch am letzten Freitag im Dezember, am 2. Weihnachtstag, wird das Team dort Gäste erwarten und als Pastorin bin ich dankbar in Gesprächen davon berichten zu können. Für manch eine Person, die nicht von Familie oder Freundeskreis in diesen Tagen umgeben sein wird, ist die Zeit „zwischen den Jahren“ manchmal lang und einsam und da ist es gut einen Ort zu kennen, wo man willkommen geheißen wird. Das gilt in der Gemeinde für junge und ältere Menschen, nicht nur zur KaffeeZeit.

Am Sonntag, z.B. beginnt das neue Kirchenjahr. Eine gute Stunde innehalten, anhalten – im Trubel der Zeiten, im Weihnachtsstress. Einkehren und verweilen. Adventlichte Klänge und Texte hören, mitsingen, teilen. Ich freue mich auf den 1. Advent. Und versprochen: „Macht hoch die Tür“, wird sicher gesungen und darf nicht fehlen. Nicht nur äußerlich darf es festlich geschmückt werden in unseren Häusern und in der Gemeinde – Woche für Woche etwas mehr. Auch Herzen dürfen sich öffnen, weit und weich werden. Für die gute Nachricht: Christ, der Retter ist da!

Bis die Botschaft am Heiligen Abend erklingt und wir zusammenkommen werden in den Weihnachtstagen – ob in Familie, Gemeinde, Freundeskreis – haben wir noch etwas Zeit. Und die will ich uns ins Gedächtnis rufen.

Richtig, diese Woche hätte ich schon Adventskränze kaufen können, die anfangen zu nadeln, weil sie wohl schon zu früh gemacht wurden und schon jetzt zu lange standen. Advent fängt erst Sonntag an – auch wenn die Straßen und Häuser schon jetzt weihnachtlich blinken und die Düfte über die Weihnachtsmärkte ziehen. Autofahrer wissen schon seit Tagen um die belegten Plätze, die zum Bummeln einladen. Eben: bummeln. Sich Zeit nehmen. Sich Zeit lassen.

Im Advent nehme ich mir auch Zeit für Jesus, bereite mich auf seinen Geburtstag vor. Vielleicht ist das auch eine Anregung für Dich? Das Lukas-Evangelium hat 24 Kapitel. Seit Jahren lese ich Tag für Tag ein Kapitel aus dem Leben Jesu im Advent. Beginnend mit der Weihnachtsgeschichte. So bereite ich mich auf den Geburtstag vor, den wir von Jesus an Weihnachten feiern. Tag für Tag etwas mehr aus seinem Leben lesen. Liest Du mit?

Claudia Sokolis-Bochmann

Pastorin Claudia Sokolis-Bochmann ist sonntags um 10 Uhr im Gottesdienst und 14-tägig mittwochs um 15 Uhr zum Bibelgespräch anzutreffen, ebenso am letzten Freitag im Monat von 15-17 Uhr zur KaffeeZeit.- Treffen und Termine können auf Nachfrage zum Gespräch und gemeinsamen Nachdenken mit ihr vereinbart werden.