Freitagsgedanke: „Suchet der Stadt Bestes“

„Suchet der Stadt Bestes, (…) und betet für sie“, so steht es in der Bibel (Jeremia 29,7) und in dieser Woche war ich an drei Tagen mit verschiedensten Leuten zu Treffen zusammen, die sich für das Wohl der Stadt einsetzen. Ob in Kirche, Gesellschaft oder Politik. Im Bibelgespräch beteten wir, wie die letzten Wochen und Monate auch schon, für die Wahl des Bürgermeisters am Sonntag in unserer Stadt und die weltpolitischen Anliegen bringen wir regelmäßig im Gebet vor Gott und beten um Frieden. Im kleinen Kreis oder im sonntäglichen Gottesdienst.

Wir planten Gottesdienste und Veranstaltungen, dachten darüber nach, wie wir in Kontakt mit Menschen kommen können, und wie wir als Christinnen und Christen das Leben der Stadt mitgestalten und präsent sein können bei Festen und im öffentlichen Leben. Sei es jetzt beim Weihnachtsmarkt, an Heiligabend, aber auch bei den Terminen im Laufe des Kalenderjahres.

Nächste Woche werden weitere Sitzungen stattfinden, aber auch der Werkstatttag unserer Gemeinde steht am 15.11. im Kalender, an dem wir überlegen, was 2026 für Schwerpunkte gesetzt werden können.

Bei all den Treffen und Begegnungen haben mich in dieser Woche die Fragen bewegt, wann es Initiative und Aktion braucht, wann Einkehr und Gelassenheit. Kontemplation könnten wir es auch nennen. Anfang der Woche nannte mein Mann mir einen englischen Satz: „Let go and let God!“, was so viel heißt wie „lass los und lass Gott (machen)“. Das ist zu üben. Und ja, ohne Gott würde manches nicht gelingen, aber denke ich an die Worte aus dem Buch Jeremia ist es ja gerade das, was er den Leuten zuruft: Bringt euch ein. Gestaltet das Leben mit. Und habt nicht nur Sehnsucht nach den Gottesdiensten, die die Menschen damals gar nicht mehr so feiern konnten, wie sie es gewohnt waren, weil sie im Exil lebten. Jeremia ermutigt sich einzubringen, Anteil zu nehmen, am Leben der Menschen vor Ort.

Mich bewegt das immer wieder neu. Wie können wir mit den Menschen vor Ort leben? Für die Menschen uns einsetzen? Mit ihnen das Leben teilen? Dazu braucht es Begegnungsräume. Gesprächsmöglichkeiten. Offene Ohren. Und den Willen aufeinander zuzugehen. Auch wenn der andere fremd erscheint.

„Ora et labora“ – „bete und arbeite“, dieser Gedanke bringt mich immer wieder in Balance und ich glaube, es braucht im Leben – und in der Gemeinde – beides. Beides, zum Wohl der Menschen eingesetzt, kann das Leben verändern und gehört für mich zusammen. Ich bin gespannt, wie sich die Überlegungen dieser Wochen konkret umsetzen lassen und wohin uns der Austausch am Werkstatttag führt. Ob Du dabei bist oder nicht, mich würde interessieren, wie das für Dich konkret aussieht. Worum sollten wir beten? Wo uns als Gemeinde – und Einzelne – konkret in der Stadt engagieren?

Claudia Sokolis-Bochmann

Pastorin Claudia Sokolis-Bochmann ist sonntags um 10 Uhr im Gottesdienst und 14-tägig mittwochs um 15 Uhr zum Bibelgespräch anzutreffen, ebenso am letzten Freitag im Monat von 15-17 Uhr zur KaffeeZeit.- Treffen und Termine können auf Nachfrage zum Gespräch und gemeinsamen Nachdenken mit ihr vereinbart werden.