Jesus

Jesus. Für mich ist er Bruder und Freund, Wegbegleiter und Hoffnung. Ermutiger und Lehrer. Die Zusage, dass er bei uns ist, „alle Tage, bis an der Welt Ende“, die ich in der Bibel lese, ist für mich kein bloßer Gedanke, sondern eine Erfahrung. Ich bin mit ihm im Gespräch. Ich erzähle von ihm. Ich bezeuge ihn.

„Hat nicht jeder seine Sucht?“, wurde ich diese Woche gefragt, als ich gerade meine Mittagspause machen wollte. Innerhalb von ein paar Minuten, waren wir von Alkohol, Kaffee und Süßkram bei der Frage, was befriedet. Wir sprachen über Frieden und Gelassenheit und ich konnte bekennen, dass ich Jesus kenne und er die Quelle für Frieden in mir ist. Er hat mir seinen Geist geschenkt. Auch keine bloße Theorie, die ich glaube oder in der Bibel lese, sondern, die meinen Alltag prägt.

„Wo Jesus die Mitte ist, breitet sich Friede aus“, stand auf einem Aufkleber, der mit meinem alten Gitarrenkoffer irgendwann aus meinem Blickfeld verschwunden ist, doch die Erfahrung ist sehr lebendig. Dieser Erfahrung gebe ich Raum, wenn ich Worte Jesu meditiere, darüber nachdenke. Wenn ich mir Bilder Jesu vor Augen führe, oder Kreuze betrachte, bleibe ich nicht beim Symbol stehen oder bei dem Bild einer Künstlerin, eines Künstlers. Ich frage mich, was sie mir sagen wollen, wofür sie stehen, und was sie von Jesus erzählen. Denn ihn wollte ich schon als Jugendliche kennenlernen, und bis heute lerne ich von ihm, intensiviert und vertieft sich unserer Beziehung. Nicht per Schema F, nicht auf Knopfdruck.

Die Frage in meiner Mittagspause hat mich an einen Schulfreund erinnert, der mit mir oft und lange über Glauben, Gott und Welt diskutiert hat. In Pausen saßen wir oft zusammen und tauschten aus. Manches mal war ich herausgefordert, wollte Jesus am liebsten verteidigen, aber bis heute bin ich dankbar, dass das nicht meine Aufgabe ist. Meine Aufgabe ist das Leben. Das Leben mit Jesus – davon kann ich berichten. Und die Gespräche mit dem Freund waren sicher Trainingsfeld für mich. Ich kann von unserer Freundschaft erzählen und wie sich unsere Beziehung gestaltet. Und wenn ich gefragt werde, teile ich gerne meine Erfahrung. Dabei lade ich manchmal bewusst ein Jesus kennenzulernen und mir ist es wichtig Jesus beim Namen zu nennen. Da ist es keine Frage, ob ich gerade im Dienst bin oder Pause mache. Von meinem Mann rede ich auch nicht nur zu Hause oder wenn ich frei habe. Jesus, wie mein Mann, prägen mein Leben, gehören zu mir und meiner Geschichte.

Meine Woche war voll mit Begegnungen und Gesprächen über „Gott und die Welt“, politische und theologische Statements und Meinungsmitteilungen. Über das Leben mit Jesus, wie andere ihn erleben, mit ihm leben, hörte ich wenig. Auch, wenn ich fragte – das lässt mich nachdenklich zurück.

Claudia Sokolis-Bochmann

Pastorin Claudia Sokolis-Bochmann ist sonntags um 10 Uhr im Gottesdienst und 14-tägig mittwochs um 15 Uhr zum Bibelgespräch anzutreffen, ebenso am letzten Freitag im Monat von 15-17 Uhr zur KaffeeZeit.- Treffen und Termine können auf Nachfrage zum Gespräch und gemeinsamen Nachdenken mit ihr vereinbart werden.