„Das ist die Identität eines Ermutigers: Menschen dienen“, schreibt David Kadel. Der Spruch des Fernsehmoderators, Autors und Beraters habe ich mir schon vor Jahren in meine Klemmmappe geklebt. Als ich mir heute Morgen meine to-do-Liste schreiben wollte, um meine Gedanken zu sortieren und den Kopf frei zu schreiben, fiel mir dieser Satz ins Auge. In dem Zitat, dass da schön gestaltet in der Mappe klebt, geht es weiter um Mut und Hoffnung, auch wenn das Bild eher von Stürmen und Bergen zeugt und der rote Regenschirm einzig wirklich Farbe ins Bild bringt, und Hoffnung weckt.
Nach dem Frühstück lese ich in der Bibel „Er verwandelt den Sturm in Stille“ (Psalm 107,29) und fühle mich durch das Bibelwort ermutigt, auch wenn meine to-do-Liste für heute und die nächsten Tage genug Aufgaben beinhaltet. Was da auf der Liste steht, gleicht nicht unbedingt einem Sturm, und doch kommt die Fülle mir gewaltig vor. An dies denken, da anrufen, jenes besorgen – das eine dienstlich, das andere privat. Feste fallen, wie sie fallen, und manche Aufgabe ist schon länger geschoben, schleppt sich mit durch den Alltag und will erledigt werden.
„Die Identität eines Ermutigers: Menschen dienen“, das erinnert mich an das Bibelwort, an das wir uns als Gemeindeleitung am Montag erinnerten, einfach, weil es der Vers für den Tag war, den Christen weltweit an dem Tag lesen konnten. Einige von uns leben mit den „Losungen“ und lesen sie – ob in gedruckter Form oder auf digitaler Weise. Am Montag war die Aussage zu lesen man solle „einander mit Zuspruch beistehen“. Das riefen wir uns gemeinsam in Erinnerung und ermutigten uns Freiräume zu lassen und bei allem Tun auch zu ruhen. Manchmal leichter gesagt als getan.
Als ich heute Morgen im Zusammenhang mit meiner Liste das Wort „Aufgaben“ schrieb, dachte ich beim Schreiben an die vielen Bedeutungen des Wortes. Ja, in Anbetracht von Aufgaben und langen Listen könnte ein Mensch kapitulieren und aufgeben. Ein anderer könnte sich den Aufgaben stellen. Für mich klang beim Schreiben des Wortes das Loslassen mit, im Sinne „ich gebe etwas auf den Weg“. Das war am Morgen mein Ansinnen: die Gedanken aus dem Kopf zu schreiben und so die Möglichkeit zu haben mir die Aufgaben anzusehen. So kann ich sehen, was, wann, wirklich dran ist. Dann kann ich Wesentliches von Wichtigem unterscheiden. Manch scheinbare Hürde ist dann schneller genommen als gedacht. Mir hilft es mir einen Überblick zu schaffen. Klarheit bringt meine Stärken und Schwächen hervor. Das eine kann ich einsetzen, dass andere lässt mich um Hilfe bitten.
Wir brauchen einander. Wir brauchen einander mit unseren Gaben. So lassen sich Aufgaben erledigen. Das motiviert, stärkt und ermutigt.
Claudia Sokolis-Bochmann
Pastorin Claudia Sokolis-Bochmann ist sonntags um 10 Uhr im Gottesdienst und 14-tägig mittwochs um 15 Uhr zum Bibelgespräch anzutreffen, ebenso am letzten Freitag im Monat von 15-17 Uhr zur KaffeeZeit.- Treffen und Termine können auf Nachfrage zum Gespräch und gemeinsamen Nachdenken mit ihr vereinbart werden.
