Dornen

Der Himmel ist grau. Wolkenverhangen. Der Regen kündigt sich an. Jeden Moment kann es losgehen. Die Stimmung lässt mich schneller gehen, um vor Einbruch des Regens anzukommen. Am Beginn der Karwoche lassen mich dann die Dornen am Weg doch innehalten. – Dornen: kraftvoll, mächtig, schmerzhaft. – „Nachdem die Soldaten ihn ausgepeitscht hatten, flochten sie aus Dornenzweigen eine Krone, setzten sie Jesus auf den Kopf und hängten ihm einen purpurfarbenen Mantel um.“ (Johannes 19,2)

Was hier wohl noch wächst? Die Dornen sind faszinierend, doch berühren will ich sie nicht. –

Er (der Ackerboden) wird mit Dornen und Disteln übersät sein – (…) und am Ende wirst du wieder zur Erde zurückkehren, aus der du gemacht wurdest. Denn Staub bist du, und zu Staub sollst du wieder werden!“ (1.Mose 3,18)

Angesichts des Todes bekennen wir uns zu einem Gott, der Hoffnung und Leben schenkt. – „Wo einst Dornen waren, werden Zypressen wachsen, (…). Das geschieht zur Ehre des HERRN und zu einem ewigen Zeichen, das nie mehr vernichtet wird.“ (Jesaja 55,13) – Die Dornenkrone, die Jesus am Kreuz trug, war Zeichen für Spott und Hohn. Die Dornen erinnern an Schmerz und Leid, Tod und Vergänglichkeit. Jesus starb, trug das Leid der Welt, erlebte den Tod. – Heute können wir innehalten, warten und nach Jesus fragen, im Gottesdienst auch das Leid der Welt klagen. Und am Ostersonntag neu bekennen und singen: Der Herr lebt! – das Dunkel ist besiegt.

Claudia Sokolis-Bochmann