Döner

Kurz vor Ende seines Praktikums schreibt unser Praktikant Carlito Banerjee noch einmal einen Freitagsgedanken, der manch einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen dürfte…

Mein siebenwöchiges Praktikum in der Hofkirche am Jakobsgraben neigt sich dem Ende zu. Es war eine schöne und eine lehrreiche Zeit, für die ich sehr dankbar bin. Nach der Bibelstunde dieser Woche gab mir ein Gemeindemitglied einen Tipp. Ein Tipp, welcher mir eine kleine Freude im Feierabend bescheren sollte. Es war ein Döner für 3 €. Wo gibt es heutzutage noch einen Döner für einen solchen Preis?

Ein Dönerladen in der Nähe der Hofkirche hatte eine Sommerpause und kehrte mit einer Werbeaktion in den Alltag zurück. Der Imbiss bot für eine begrenzte Zeit Döner für 3 € an. Unüberraschenderweise fand dies schnell Anklang. So wartete dauerhaft eine kleine Schlange an Menschen mit großem Appetit vor dem Laden. Viele erinnerte der Preis an früher. Mich persönlich erinnerte ein Döner für 3 € an meine Kindheit.

So sind in den letzten Jahren viele Dinge teurer geworden. So sind 3 € vor 20 Jahren mehr wert gewesen als 3 € heute. Kein schönes Gefühl. Der Wert der Dinge verfällt regelrecht und entgleitet unseren Händen wie Sand durch die Finger einer geschlossenen Faust rieselt. Doch wenn Geld und anderer Wert so flüchtig sind, was hat dann bestand für uns?

Was bleibt von Geburt bis Lebensende gleich? Wessen können wir auch in Krisenzeiten gewiss sein? Was ist unveränderlich? So ist Gott der Anfang und das Ende – Gott bleibt. Das bedeutet, dass er sowohl da ist als auch, dass er sich nicht ändert. In jeder Gewissheit und Ungewissheit können wir uns bei ihm bergen und auf sein Gottesreich hoffen.

Carlito Banerjee