„Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm“, heißt es in der Bibel. Mit diesen Worten beginnt der Bericht vom Pfingstfest in Apostelgeschichte 2.

Als ich am Mittwoch abends von Brandenburg nach Hause fuhr, sah der Himmel aus wie auf dem Foto. Die Farben, das Licht, waren so faszinierend, dass ich ein Foto machen musste. Die Atmosphäre war besonders und zunächst war es abends heller als gewohnt und doch lag was in der Luft. Es brauchte nur eine kurze Zeit, dann ging das Unwetter los. Mit Regen, Blitz und Donner fuhr ich nach Hause. Und entlang mancher Alleen war mir mulmig. Die Blitze ließen mich zusammenzucken und ich spürte sie am ganzen Körper.
Mein Mann rief mich von unterwegs an und ich fuhr an die Seite, um mit ihm zu telefonieren. Er war auch auf dem Rückweg nach Hause, nur aus anderer Richtung. Er erzählte von großen Unwettern und dass er wegen Umleitungen sich verfahren hatte, und irgendwo im Wald auf einer Holperpiste gelandet sei. Er hoffte, dass das Auto die Fahrt aushalten würde. Ich legte auf und fuhr weiter. Auch wenn ich mich im Auto vor den Blitzen sicher wusste, musste ich anfangen zu singen, um der Angst zu wehren, und konzentriert zu bleiben. Ich wiederholte und blieb bei einer kurzen Liedzeile, die mich an Gottes Halt erinnerte. Ich klopfte im Rhythmus dazu, und hoffte, dass wir beide bewahrt nach Hause kommen würden. So war es auch.
Am ersten Pfingstfest setzte plötzlich „ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm“ und „gleichzeitig sahen sie so etwas wie Flammenzungen“. Die Menschen strömten von allen Seiten zusammen, heißt es – nicht, weil das Unwetter tobte, sondern weil sie ein Brausen hörten, dort wo die Freunde von Jesus zusammen waren. Sie hörten sie reden – vielleicht auch singen. Nicht aus Furcht, sondern weil der Geist Gottes sie ermutigte zu reden. In vertrauten und in fremden Sprachen. Egal aus welchem Land die Leute kamen, sie verstanden, was die Freunde von Jesus über Gott erzählten und was er getan hat.
Seit Ostern waren 50 Tage vergangen. Viel hatten die Leute um Jesus mit ihm erlebt. Lange nicht alles verstanden, manche Gefühle und Gedanken mussten sortiert werden, und nach Himmelfahrt waren sie auf sich gestellt. Doch nicht allein. Der Geist Gottes machte ihnen Mut. Mut, zu reden – und dann auch rauszugehen. Der Geist gab ihnen Freiheit zu reden, wie es über sie kam. Sie taten es: sie machten den Mund auf, wie es ihnen vom Geist gegeben wurde – und redeten. Das zeigte Wirkung. Bis heute. – was können wir erzählen? Vom Geist gegeben?
Claudia Sokolis-Bochmann
