Danke – für Dich

Die Karte liegt auf meinem Schreibtisch. Zusammen mit weiteren. Auf einer steht „Du bist für jemanden sehr WERTVOLL.“Auf einer anderen „Du LEUCHTEST, mach weiter“. Immer verbunden mit einem Hinweis auf eine Bibelstelle. Schlicht gestaltet. Einfach. Schön. Ermutigend.

Gemeinsam mit meinem Mann gehen wir in zwei Gemeinden, feiern jedes Wochenende zwei Gottesdienste. Samstags und sonntags. Wir haben dadurch mehr gemeindliche und auch private Termine. Mir sagte jemand diese Woche, dafür habe ich mich ja entschieden. Richtig. Mit unserer Ehe haben wir uns entschieden in zwei Kirchen zu leben, gemeinsame Wege zu gehen, einander zu unterstützen, zu ermutigen, voneinander zu lernen – und manchmal auch miteinander zu leiden. Auch an Entwicklungen von Kirchen und Gemeinden.

Mein Mann ist Adventist. Ich Baptistin. Spielt das eine Rolle? Reicht es nicht Christ zu sein? Es reicht doch auch Mensch zu sein! – Im Miteinander merken wir als Menschen das uns Familien und Gesellschaft, Herkunft und Bildung prägen. Geschichte und Umwelt haben Einfluss darauf, wer wir sind, wie wir geworden sind, welche Werte wir leben und weitergeben. Alles wirkt sich auf unser Leben, unseren Glauben aus – und je erwachsener wir werden, desto mehr sind wir verantwortlich, wie wir mit dem umgehen, was uns anvertraut ist, was unser Leben ausmacht, wie wir uns entscheiden, einander begegnen. Gemeinden haben ihre Geschichten. Menschen haben ihre Geschichten. Es hilft, darüber zu reden, auszutauschen, in Begegnungen zu lernen.

Für das Jubiläum ihrer Kirche haben die Adventisten diese Karten entwickelt. Sie wollen einander Mut machen. „Mut für morgen“ weitergeben. Hoffnungsvolle Kirche sein. Ich habe diese Karte in unserer Gemeinde letzte Woche weitergegeben. Auch das Bibelwort aus 2. Thessalonicher 1,3 las ich dazu. Dort heißt es: „Immer, wenn wir für euch beten, müssen wir Gott für euch danken, liebe Geschwister.“

Ich frage mich manchmal, wie sich unser Miteinander gestaltet, wenn wir für andere beten, nicht nur bitten für sie und Probleme vor Gott bringen, sondern aussprechen, wofür wir dankbar sind. In dieser Woche wurde dem Liederdichter Paul Gerhardt gedacht. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ zählt zu seinen bekanntesten Liedern und ermutigt das Schöne in der Natur zu suchen, dankbar davon zu singen. Mögen wir auch Dank zur Sprache und zum Klingen bringen in unserem Miteinander, wo immer wir einander begegnen und miteinander unterwegs sind, so unterschiedlich wir auch sind.

Claudia Sokolis-Bochmann

Info am Ende: nächste Woche bin ich im Urlaub und der nächste Freitagsgedanke wird am 12. Juni veröffentlicht.