Die Woche startete mit Plänen und Vorfreude. Sonntags war Gottesdienst und „Fête de la Musique“ in Brandenburg und Montag wollte ich gleich mit Musik und Begegnungen in eine kurze Woche starten. Dieses Wochenende habe ich frei und wäre jetzt schon fast auf dem Weg zu Freunden. Aber wie die Woche anders anfing als gedacht, so endet sie auch.
Geplant hatte ich auf dem Weg zum Flötenunterricht „noch eben schnell“ an der Gemeinde anzuhalten, um bei der Hitze Instrumente für den Wohlklang dort auszuladen, damit sie nicht im Auto bleiben müssen. Zeitlich hatte ich gut geplant, bis ich auf den letzten Metern gegen 12 Uhr in den Stau auf der B1 geriet. Vom Großeinsatz der Feuerwehr seit den frühen Morgenstunden an der Kreuzung Otto-Sidow- und Wilhelmsdorfer Straße hatte ich noch nichts mitbekommen. Noch bevor ich anschließend durch Medien und Menschen von dem Brand im Mehrfamilienhaus und den Verletzten erfuhr, konnte ich mir selbst ein Bild vom Haus und dem Geschehen direkt „um die Ecke“ der Gemeinde machen. Der Brand bewegte Herzen und Gemüter. Als Gemeinde werden wir jetzt Sonntag mit für den DRK-Hilfs-Fond sammeln und denken in Gebeten an die Verletzten, Angehörige und Anwohner, die den Tag und die Folgen sich weder so gewünscht noch so gedacht hatten.

Geplant hatte ich am Mittwoch morgens mich weiter auf das Bibelgespräch vorzubereiten und nachmittags vor Ort die Stunde zu halten. Anschließend waren Begegnungen und Termine bis in den Abend hinein geplant. Auf meinem Weg zur Gemeinde kam ich nur bis Plaue, denn dort fuhr mir jemand hinten ins Auto, und beide Fahrer waren unter Schock. Polizei und Rettungswagen kamen. Angehörige auch. Ich wurde untersucht. Die Autos inspiziert. Manches, wie die Spalterweiterung, wie sie auf dem Foto zu sehen ist, sahen wir erst als wir später in der Werkstatt darauf aufmerksam gemacht wurden. Nach Brandenburg kam ich an dem Tag nicht mehr und landete auf dem Sofa. So hatte ich mir das für Mittwoch nicht gedacht – auch nicht die Ruhe, die ich mir dann jetzt am Wochenende noch nehmen werde.
Nach den Ereignissen der Woche und der Hitze fahren wir nun nicht ins Wochenende und bleiben zu Hause.
Anders als gedacht und geplant findet dann heute auch die KaffeeZeit und das Taizé-Gebet nicht statt. Die Hitze bremst die einen aus, andere müssen raus, eben auch um Einsätze zu fahren, Dienste zu übernehmen, für andere da zu sein. – Mögen wir alle in diesen Tagen auf uns Acht haben, die Situationen nehmen, wie sie sind, und verantwortlich handeln. Dabei denke ich gerade an die Aussage aus der Bibel (1.Timotheus 4,16): Hab acht auf dich selbst!
Claudia Sokolis-Bochmann
